Unentschlossener Nicht-Horror: Kritik zu Alone - Don't Grow Up

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Alone Don't grow up

Eine Gruppe von sechs straffällig gewordenen Jugendlichen stellt eines Tages fest, dass sie allein in dem riesigen Heim sind, in dem sie untergebracht wurden. Dies finden sie jedoch nicht verwunderlich, sondern nutzen die Gunst der Stunde, um den 18. Geburtstag von May (Natifa Mai) zu feiern. Ein Gang zum Supermarkt soll schließlich die Party-Verpflegung aufstocken; nur müssen sie dort entsetzt feststellen, dass etwas so gar nicht auf der Insel stimmt. Sämtliche Erwachsene haben sich in eine Art Zombies verwandelt, sodass die Gruppe ums Überleben kämpfen muss.

Die Prämisse von Alone - Don’t Grow Up klingt auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht, immerhin hebt sie sich von der breiten Masse der Zombie-Filme ein bisschen ab. Der Film hat nur einen nicht ganz unwesentlichen Haken - er ist nicht wirklich der versprochene Zombie-Film.

Von den 70 Minuten Laufzeit nehmen die Untoten nicht einmal ein Viertel ein. Der Rest der Geschichte entpuppt sich als konfuses und langatmiges Coming-Of-Age-Drama. Die Jugendlichen Bastian (Fergus Riordan), Pearl (Madeleine Kelly), Liam (McKell David), Shawn (Darren Evans) und eben May kämpfen mit den üblichen Problemen, die das Erwachsenwerden mit sich bringt. Thomas (Diego Méndez) kann aus handlungstechnischen Gründen getrost ausgeklammert werden.

Der Kampf - oder eher Nicht-Kampf - gegen die Zombies scheint ein Mittel zum Zweck zu sein, damit sich die Charaktere ihrer Gefühle zueinander bewusst werden. So kommt es später an ziemlich unpassender Stelle auch zur unvermeidlichen Sex-Szene. Das wäre eigentlich nicht schlimm. Aber es ist umso ärgerlicher, wenn zu Beginn gar nicht klar ist, wie die Figuren zueinander stehen. Der Anfang der Geschichte gestaltet sich wirr, wimmelt nur so vor Plotholes. Die anschließenden wenigen Action-Momente sind handelsüblich, das Kunstblut spritzt kurz, aber unkreativ über den Bildschirm.

Die wirre, nicht durchdachte Handlung trägt dann auch dazu bei, dass die Schauspieler in diesem Chaos ziemlich verloren wirken. Keiner von ihnen schafft es, Sympathie für seinen Charakter zu erzeugen. Die Gruppe setzt sich zudem aus den üblichen Stereotypen zusammen, sodass auch in der Gruppendynamik wenig Spannung aufkommt und keine Überraschungsmomente vorhanden sind.

Frustrierend ist zudem, dass Alone - Don’t Grow Up erst gar nicht versucht, eine Erklärung für die Zombies abzuliefern. Der Untertitel des Films lässt von Anfang an erahnen, woran es zu liegen scheint. Dennoch gibt sich das Drehbuch nie die Mühe, diesen plötzlich auftretenden Effekt zu erklären. Außerdem ist dies genau der Grund, warum die Handlung stetig unglaubwürdiger wirkt und schließlich ad absurdum führt.

Fazit

Regisseur Thierry Poiraud hat sich mit Alone - Don’t Grow Up keinen Gefallen getan, denn letztlich kommt sein Werk wie eine Mogelpackung daher. Was als Zombie-Film deklariert ist, entpuppt sich schnell als schlecht inszeniertes Teenie-Drama. Schade. Von der Prämisse her hätte der Film sonst das Zeug gehabt, mal etwas frischen Wind in das Genre zu bringen.

Alone - Don’t Grow Up erscheint am 24. März auf Blu-Ray und DVD.

Trailer ALONE (Deutsch)

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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