Kritik zu Power Rangers: Eine Origin-Story mit Herz

Fünf Helden in bunten Strumpfhosen kämpfen gegen Plastikmonster. Mit den Power Rangers verbindet man in erster Linie billigen Trash, der auf ein äußerst junges Publikum zugeschnitten ist, und für alle, die über acht Jahre alt sind und ein Mindestmaß an Anspruch erwarten, unguckbar ist.

Dennoch hat sich das Superheldenteam seit den 1990ern zu einem weltweiten Phänomen mit Kultstatus entwickelt, nicht zuletzt durch einen ironischen und humorvollen Tonfall und die positive Kernbotschaft, dass man alles erreichen kann, wenn man zusammenarbeitet - auch über kulturelle Grenzen hinaus.

Das Konzept der seit über 20 Staffeln laufenden TV-Serie und Spielzeugreihe als opulenten Hollywood-Blockbuster neu aufzulegen, wurde allerdings mit Skepsis aufgenommen. So stellte man sich die berechtigte Frage, ob man trotz eines Budgets von über 100 Millionen Dollar nicht doch eine Mogelpackung serviert bekommt, die zwar optisch gut aussieht, am Ende aber inhaltlich nichts zu bieten hat und den Zuschauer schnarchend im Kinosessel zurücklässt. Transformers lässt grüßen.

Power Rangers schafft allerdings den Spagat, das Konzept in eine zeitgemäße und ernstzunehmende Umgebung zu stecken, dabei aber dem Stil und der Mythologie der TV-Serie trotzdem treu zu bleiben.

Der Film dreht sich um fünf Außenseiter in der kalifornischen Kleinstadt Angel Grove, die durch einen Zufall an fünf Steine gelangen, die ihnen übermenschliche Kräfte verleihen. Sie erfahren vom Hologramm Zordon (Bryan Cranston), dem einstigen "Red Ranger", dass sie als die neuen Power Rangers auserwählt worden sind.

Nun müssen Jason (Dacre Montgomery), Kimberly (Naomi Scott), Billy (RJ Cyler), Trini (Becky G) und Zack (Ludi Lin) innerhalb kürzester Zeit nicht nur als Team zusammenwachsen, sondern auch als Persönlichkeiten ihre Grenzen durchbrechen, um die neugewonnenen Fähigkeiten in vollem Umfang zu entschlüsseln und die Erde vor der zerstörungswütigen Außerirdischen Rita Repulsa (Elizabeth Banks) zu retten.

Die größte Stärke des Films ist der Fokus auf die Hauptcharaktere: Er nimmt sich Zeit, um den Persönlichkeiten der fünf Teenager Tiefe zu verleihen und sie mit ihren Problemen und Sorgen zu dreidimensionalen und damit nachvollziehbaren Figuren zu machen.

Zwar stoßen sie relativ schnell auf die Steine, bekommen Superkräfte und werden von Zordon über ihr Schicksal aufgeklärt, doch das Power-Rangers-Kostüm ist erst im letzten Drittel des Films erstmals komplett zu sehen.

Sobald die Truppe die Kostüme angelegt hat, begibt sich der Film ganz bewusst auf das übertriebene Trash-Slapstick-Niveau der TV-Serie (inklusive der bekannten Titelmelodie). Anders wäre der Kampf der bunten Ranger und ihren Zords - Kampfmaschinen, die sich zu einer haushohen Einheit zusammenbauen lassen - gegen eine sehr eindimensionale Rita Repulsa und ihre Armee von Steinmonstern auch nicht zu auszuhalten.

Erwähnenswert ist der gelungene Soundtrack von Bryan Tyler, der die bekannte Titelmelodie der TV-Serie in einem orchestralen Gewand neu verpackt und dem Film eine stimmige, epische Nuance verpasst.

Fazit

Power Rangers ist ein gelungener Leinwand-Reboot für das Franchise. Kleine und große Fans der TV-Serie werden definitiv bedient. Man sollte seine Erwartungen allerdings in Zaum halten: Wer einen Superheldenfilm vom Kaliber der Avengers erwartet, wird sehr wahrscheinlich enttäuscht.

POWER RANGERS Payoff Trailer Deutsch | Ab 23. März im Kino!

Power Rangers 2017 Teaser-Poster
Originaltitel:
Power Rangers
Kinostart:
23.03.2017
Regie:
Dean Israelite
Drehbuch:
Max Landis, John Gatins, Matt Sazama, Burk Sharpless, Ashley Miller, Zack Stentz
Darsteller:
Dacre Montgomery, Becky G, Ludi Lin, Naomi Scott, RJ Cyler, Elizabeth Banks, Bryan Cranston
Ungewöhnliche Ereignisse schweißen fünf Teenager zusammen, die plötzlich auf unerklärliche Weise Superkräfte besitzen.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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