The Shannara Chronicles

Originaltitel: The Shannara Chronicles (seit 2016)
Erstaustrahlung am
05.01.2016
Basiert auf
den Shannara-Romanen von Terry Brooks
Darsteller:
Austin Butler, Poppy Drayton, Ivana Baquero, Manu Bennett, Aaron Jakubenko
Produzenten: Dan Farah, Terry Brooks, Eugene Stein, Stewart Till, Jon Favreau, Jonathan Liebesman, Alfred Gough, Miles Millar
Staffeln: 1+
Anzahl der Episoden: 10+

Kritik zur Pilotfolge

von Hannes Könitzer. Mit The Shannara Chronicles startet auf MTV die Verfilmung der gleichnamigen Buchreihe von Terry Brooks, sodass nun ein weiterer Fantasy-Klassiker im Fernsehen zu sehen ist. Nach den optisch tollen Trailern gab es im Vorfeld ja durchaus gestiegene Erwartungen an das Projekt. Der Pilot kann in technischer Hinsicht jedoch nicht ganz überzeugen. Inhaltlich ist die Serie vor allem etwas für Fans klassischer Fantasy.

The Shannara Chronicles dreht sich um die Elfen-Prinzessin Amberle, deren großer Wunsch es ist, ein Hüter des magischen Baums Ellcries zu werden. Dieser soll der Legende nach Dämonen versiegelt und damit die Welt gerettet haben. Als ihr Wunsch endlich in Erfüllung geht, erwacht zur gleichen Zeit der Druide Allanon an einem anderen Ort der Welt aus einem langen Schlaf. Sein Erwachen ist ein Zeichen, denn der Baum scheint zu schwächeln und so gelingt einem Dämonen die Flucht. Allanon weiß, dass nur ein Auserwählte ihm dabei helfen kann, die Dämonen zu stoppen, und so macht er sich auf die Suche. Gleichzeitig wird die Elfen-Prinzessin von grausamen. Visionen heimgesucht, weshalb sie heimlich aus ihrer Heimat flieht.

Der Pilot ist zunächst einmal mit dem Aufbauen der Welt von Shannara beschäftigt. Inhaltlich passiert daher gerade in der ersten Hälfte der 90 Minuten noch vergleichsweise wenig, da erst einmal die verschiedenen Charaktere und die grundsätzliche Struktur etabliert werden müssen. Was dabei etwas komisch wirkt, ist die Tatsache, wie schnell die Charaktere durch die Gegend reisen. Da scheinbar keine Zeit vergeht, müssten alle Handlungsorte zu Beginn innerhalb einiger weniger Reitstunden voneinander entfernt liegen. Dies erscheint nicht unbedingt realistisch, geht es doch vom Gebirge in die tiefsten Wälder bis hin zum Meer. Darüber hinaus bietet die Vorlage an sich auch kaum etwas, was man als Fantasy-Fan bisher noch nicht gesehen hat. Die bekannten Versatzstücke werden zu Beginn jedoch ganz nett miteinander vermischt. Hier bleibt abzuwarten, ob sich die Serie in Zukunft von Vorlagen wie Herr der Ringe lösen kann. Die Grundlagen wären in jeden Falle vorhanden.

Fahrt nimmt die Geschichte dann erst so langsam in der zweiten Hälfte auf. Ab hier wird die ganze Sache etwas spannender, auch wenn noch so ein Bischen die Epik des Genres fehlt. Irgendwie hat man noch nicht das Gefühl, dass die paar Elfen und der Druide auf der einen und der orkartige Bösewicht auf der anderen Seite sich wirklich um das Schicksal der Welt bekämpfen. Hier wird die Serie sicherlich auch ein paar Dinge ihrem Budget schulden, letztendlich läuft Shannara dann doch auf MTV und damit auf einem kleineren Spartensender in den USA. Zu HBOs Game of Thrones fehlt doch ein ganzes Stück.

Der angesprochene Budgetpunkt gilt auch bei einigen der eingesetzten Effekte. Mit seinen Trailern hatte Shannara ja wie angesprochen für Aufsehen gesorgt, da die dort gezeigten Bilder qualitativ sehr hochwertig aussahen. Diese haben es am Ende auch alle in den Piloten geschafft, jedoch gibt es nicht wenige Effekte, die wirklich billig wirken. Die kommenden Folgen werden hier zeigen, ob man bei der Produktion nur für die Trailer-Effekte richtig Geld in die Hand genommen und der Rest mit bescheidenderen Mitteln umgesetzt wird. Letztendlich lässt sich aber festhalten, dass die Optik und die Stimmung an sich den Machern durchaus gelungen sind. Shannara etabliert bereits im Piloten einen eigenen Look, der über weite Strecken zu gefallen weiß.

Auf schauspielerischer Seite präsentiert sich die Serie im Gegensatz zu den Effekten grundsätzlich auf sehr gutem Niveau. Zugegeben Fans von Herr der Ringe müssen sich vielleicht erst einmal daran gewöhnen, dass Gimli (John Rhys-Davies) nun einen Elfenkönig spielt, so viel zu tun bekommt er jedoch sowieso nicht. Arrow-Zuschauer werden dagegen sofort Manu Bennett wiedererkennen, der in Shannara die Rolle des Druiden Allanon übernimmt. Dies macht er mit einer sehr unterhaltsamen Knorrigkeit und einem gewissen Coolness-Faktor. Die jugendlichen Hauptrollen wurden zudem mit Poppy Drayton, Austin Butler und Ivana Baquero besetzt, die alle vergleichsweise unbekannt sind. Interessant ist sicherlich Baquero, die vor 10 Jahren noch als kleine Ofelia in Pan's Labyrinth zu sehen war. Im Piloten von Shannara sind alle drei vor allem damit beschäftigt, ihre Charaktere zu etablieren. Das machen sie durchaus sympathisch, wobei gerade Austin Butler noch keine schauspielerischen Meisterleistungen erbringen muss.


Fazit
The Shannara Chronicles startet mit einem soliden Piloten, der jedoch vor allem bekannte Versatzstücke miteinander vermischt. Das Ganze ergibt einen netten Fantasy-Mix, der inhaltlich jedoch erst in der zweiten Hälfte in Fahrt kommt. Wer klassische Fantasy wie Herr der Ringe mag und sich auch von den einen oder anderen schwächeren Effekt nicht stören lässt, kann ruhig einen Blick wagen.