Dominion

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Dominion Keyart

Originaltitel: Dominion (2014-2015)
Erstaustrahlung am 19.06.2014 bei Syfy / 08.02.2016 bei Syfy Deutschland
Darsteller: Christopher Egan (Sgt. 1st Class Alex Lannon), Tom Wisdom (Michael), Roxanne McKee (Claire Riesen), Luke Allen-Gale (William Whele), Shivani Ghai (Arika/Evelyn), Rosalind Halstead (Konsul Becca Thorn), Anthony Head (Konsul David Whele), Alan Dale (General Edward Riesen)
Produzenten: David Lancaster, Michel Litvack, Tom Lieber, Todd Slavkin, Darren Swimmer, Scott Stewart, Vaun Wilmott
Staffeln: 2
Anzahl der Episoden: 21


Kritik des Pilotfilms

von Hannes Könitzer. Warum sich der Syfy-Sender ausgerechnet den 2010er Film Legion herausgesucht hat, um auf dessen Basis eine TV-Serie zu entwickeln, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Obwohl der Fantasy-Film an den Kinokassen durchaus nicht schlecht abschnitt, hielt sich die Begeisterung bei Kritikern und Zuschauern schon arg in Grenzen. Gerade weil durchaus Potenzial in der Idee vorhanden war, gestaltete sich die Umsetzung am Ende doch mehr als enttäuschend. Mit der Serie Dominion soll nun alles besser werden.

Dominion setzt 25 Jahre nach Ende des Film Legion ein. Wer sich noch erinnert, in Legion hatte Gott das Vertrauen in die Menschheit verloren und seine Engel zur Erde geschickt, um diese von den Menschen zu bereinigen. Ihnen stellte sich jedoch der Erzengel Michael entgegen, welcher immer noch Hoffnung für die Menschheit hatte. Michael hat es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, ein ungeborenes Kind zu schützen, welches der Retter der Menschheit werden soll. Am Ende des Filmes opfert sich Michael und stellt so auch Gottes Vertrauen in die Menschen wieder her, während das Kind mit seiner Mutter fliehen kann.

In Dominion wird die Prämise des Films zu Beginn leicht verändert. Gott ist verschwunden und hat die Menschheit als auch die sich auf der Erde befindenden Engel ihrem Schicksal überlassen. Die Menschen haben sich in befestigte Städte zurückgezogen, von denen das ehemalige Las Vegas (nun unter dem Name Vega) die größte ist. Hier lebt auch der Erzengel Michael und wacht über den nun erwachsenen Retter der Menschheit, welcher auf den Namen Alex hört. Alex weiß nichts von seiner Bestimmung, um die sich zudem mittlerweile eine Art Religion gebildet hat. Er möchte stattdessen lieber aus der Stadt fliehen. Der Grund dafür ist ein strenges Kastensystem, welches ihm nicht ermöglicht, seine Geliebte zu heiraten.

Dominion funktioniert als Pilotfilm überraschend gut. Die Geschichte wird schnell vorangetrieben und es werden viele Handlungsstränge eröffnet, um die Serie interessant zu machen. Wenn man der Serie etwas vorwerfen möchte, dann vielleicht sogar, dass sie zu viel auf einmal möchte. Neben den verschiedenen Figuren, die es alle einzuführen gilt, sind zudem ein weiterer Krieg, das politische System, das gesellschaftliche System sowie verschiedene romantische Konstellationen Bestandteil der Handlung. Bei fast 70 Minuten Spiellänge hätte man durchaus die eine oder andere Sache verschieben können. Zudem muss man sich mit einigen Klischees abfinden. Gerade der typische Auserwählte wird doch sehr innovationsarm interpretiert. Auch führt die hohe Dichte an Handlungssträngen dazu, dass die Figurencharakterisierung bis auf Ausnahmen größtenteils noch auf der Strecke bleibt. Trotzdem macht die Handlung Lust auf mehr und schafft es Interesse für die Figuren und die Geschehnisse zu erzeugen.

Schauspielerisch stechen vor allem Anthony Stewart Head als machtbesessener Senator David Whele sowie Tom Wisdom als Erzengel Michael heraus. Gerade Head schafft es seine Rolle sehr vielschichtig anzulegen und es gelingt ihm, dass man trotz seiner Antagonistenrolle Verständnis für die Figur aufbringt. Etwas blass bleibt dagegen gerade Hauptdarsteller Christopher Egan als Alex. Zum Teil liegt dies allerdings auch daran, dass seine Rolle wirklich sehr eindimensional ausgelegt ist. Auch der weitere Cast (unter anderem Roxanne McKee, Luke Allen-Gale, Alan Dale & Shivani Ghai) sticht bisher noch nicht heraus. Dies gilt auch vor allem für die übernatürlichen Gegenspieler. Hier bleibt zu hoffen, dass in der Zukunft mehr kommt.

Tricktechnisch kann sich Dominion für ein Format, das auf dem Sender Syfy läuft, ebenfalls sehen lassen. Die Effekte sind gerade im Vergleich zur Serie Defiance besser geraten und wirken erheblich realistischer. Bleibt zu hoffen, dass dieser Qualitätsstand beibehalten wird und nicht nur für den Pilotfilm erreicht wurde. Wenn sich die Serie zudem noch inhaltlich und schauspielerisch ein wenig steigert, dann wird man mit Dominion sicherlich einiges an Spaß haben können.

Es ist übrigens nicht unbedingt notwendig, dass man Legion gesehen haben muss, um Dominion zu verstehen. Zu Beginn werden alle wichtigen Details zusammengefasst, sodass die Serie auch ohne Vorwissen geschaut werden kann.