Scream Queens

Originaltitel: Scream Queens (seit 2015)
Erstaustrahlung am 22.09.2015
nach einer Idee von:
Ryan Murphy, Brad Falchuk, Ian Brennan
Darsteller:
Emma Roberts, Jamie Lee Curtis, Skyler Samuels, Lea Michele, Glen Powell (Chad Radwell), Diego Boneta, Abigail Breslin, Billie Lourd, Keke Palmer, Oliver Hudson
Produzenten: Alexis Martin Woodall, Ian Brennan, Brad Falchuk, Ryan Murphy, Dante Di Loreto
Staffeln: 2+
Anzahl der Episoden: 23+


Kritik zur Pilotfolge

Mit Scream Queens bringt der Sender Fox eine neue Horror-Comedy ins amerikanische Fernsehen, welche viele Klischees des Genres auf Korn nehmen möchte. Wem überzeichnete Figuren und der überspitzte Humor nichts ausmachen, der dürfte mit der Serie seinen Spaß haben.

Zum Auftakt von Scream Queens strahlte Fox gleich zwei Episoden aus, die den Grundton der Serie schon sehr genau wiedergeben. Die Handlung dreht sich um die Studentenverbindung Kappa Kappa Tau an der amerikanischen Wallace University. Deren weibliche Mitglieder sind in der Regel weiß, elitär und nicht selten fremdenfeindlich und homophob. Eines Tages werden sie jedoch durch die Rektorin des Colleges gezwungen, alle neuen Bewerberinnen aufzunehmen. Schnell fragen sich die nun angenommenen Mädels allerdings, ob das mit der Studentenverbindung so eine gute Idee war. Ein maskierter Killer beginnt die Mitglieder der Kappas auf Korn zu nehmen und findet schon bald seine ersten Opfer.

Ob einem Scream Queens gefällt oder nicht, dürfte sich eigentlich schon direkt an der ersten Szene ausmachen lassen. Die Handlung beginnt mit einem Zeitsprung in die Vergangenheit und zeigt, wie ein Mädchen der Kappas während einer Party im Verbindungshaus ein Kind zur Welt bringt und anschließend stirbt. Wer Spaß mit den überzeichneten Figuren und deren oft völlig fehlgeleiten Aussagen in dieser Szene hat, der kann ganz getrost weiterschauen. Rollt man dagegen hier schon mit den Augen, dann dürfte sich dies auch in den kommenden Minuten nicht ändern. Scream Queens lässt praktisch kein Klischee aus und setzt darüber hinaus auf eine Gruppe von Figuren, die beinah ausschließlich unsympathisch sind. Trotzdem schadet dies der Serie in keiner Weise und bereits in den ersten beiden Episoden gibt es mehrere richtig komische Szenen.


© Fox

Hilfreich ist dabei natürlich, dass sich Serienschöpfer Ryan Murphy (American Horror Story, Glee) einen exzellenten Cast vor die Kamera geholt hat. Emma Roberts, Skyler Samuels, Glen Powell, Diego Boneta und Jamie Lee Curtis machen ihr Sache einfach hervorragend. Dabei agieren alle Darsteller in ihren Rollen mit einem überraschenden Ernst, wenn man die Handlung berücksichtigt. Ein selbstironisches Augenzwinkern oder etwas in der Art gibt es nicht. Dadurch driftet Scream Queens nie wirklich in Klamauk ab, wie es beispielsweise die Scary-Movie-Filme getan haben.

Darüber hinaus ist die Serie überraschend blutig geraten. Scream Queens läuft im Gegensatz zu Serien wie American Horror Story oder The Walking Dead auf einem der großen Networks und ist daher eingeschränkt, was die Gewaltdarstellung anbetrifft. Vor diesem Hintergrund kann sich das Gezeigte aber durchaus sehen lassen. Zudem vergessen die Autoren nicht, dass ein Mörder auch tatsächlich Figuren um die Ecke bringen sollte. Dies unterscheidet Scream Queens beispielsweise von der MTV-Serie Scream. Allein im Piloten erwischt es gleich mehrere Charaktere, wobei gerade ein Tod so abstrus geraten ist, dass spätestens hier jeder, der mit der Serie nichts anfangen kann, abschaltet.

Inhaltlich bietet Scream Queens in Hinblick auf seine Horror-Handlung zunächst nur bedingt etwas Neues. Trotzdem ist die Frage nach dem Killer durchaus interessant geraten und es macht Spaß beim Spielen mit den Klischees des Genres zuzuschauen. Trotz einiger Hinweise in den ersten Episoden soll die Auflösung des Täters übrigens erst in der letzten der 15 Folgen passieren. Bis dahin findet die Serie vielleicht auch noch einen besseren Ton, was die gesellschaftliche Thematik anbelangt. Typisch für Serienschöpfer Ryan Murphy kommt auch Scream Queens nicht ohne gesellschaftskritische Elemente aus, die sich vor allem auf das Verhalten junger Menschen in den USA beziehen. Hier wird aber zu oft der Holzhammer ausgepackt, anstatt die Dinge etwas subtiler zu lösen.


© Fox

Fazit
Trotz mitunter unsympathischer Charaktere und klischeehafter Handlung kann man mit Scream Queens viel Spaß haben. Die ersten beiden Episoden präsentieren tolle Darsteller und sorgen für einige gute Lacher. Allerdings ist es auch durchaus verständlich, wenn man mit dem Humor der Serie und dem generell Ton nur wenig anfangen kann.