Supernatural

Originaltitel: Supernatural (seit 2005)
Erstaustrahlung am 05.09.2005 bei The WB (ab 2006 The CW) / 15.10.2007 bei ProSieben
Darsteller: Jared Padalecki (Sam Winchester), Jensen Ackles (Dean Winchester), Jeffrey Dean Morgan (John Winchester), Jim Beaver (Bobby), Samantha Ferris (Ellen Harvelle)
Produzenten: Eric Kripke, Robert Singer, McG, David Nutter, Kim Manners, John Shiban, Phil Sgriccia, Sera Gamble, Ben Edlund, Jeremy Carver
Staffeln: 12+
Anzahl der Episoden: 256+


Handlung

Vor 22 Jahren wurde Mary Winchester auf grausame Art von einem Dämonen getötet. Seitdem zog ihr Mann John ihre beiden Söhne auf und lehrte sie das Jagen von Dämonen, Geistern und Mutanten. Während Sohn Dean immer an seiner Seite stand, sagte sich der jüngere Sam von der Familie los, um auf's College zu gehen und ein normales Leben zu führen. Doch als Vater John verschwindet, müssen sich die beiden Brüder wieder zusammenraufen und erneut auf die Jagd gehen.

Kritik

Auf den ersten Blick bringt das Konzept der Serie nicht viel Neues. Jede Woche eine andere Horrorgeschichte mit übernatürlichen Kreaturen, die in einer Kleinstadt ihr Unwesen treiben und am Ende der Folge von Sam und Dean heroisch besiegt werden. Ein klassischer Fall von "Monster of the Week". Die Ideen wirken altbekannt und die Folgen laufen alle nach dem selben Schema ab. Meist gibt es noch einen kleinen Twist, so dass es nie so ist, wie man am Anfang vielleicht vermutet. Die übergreifende Handlung findet höchstens in vier, fünf Episoden pro Staffel ihren Platz.

Doch etwas hat Supernatural vielen anderen Serien des Genres voraus: glaubhafte und vielschichtige Charaktere. Die beiden Brüder Sam und Dean, sowie ihr Vater John und auch die meisten der Gast-Charaktere wirken sehr authentisch. Sie sind glaubhaft geschrieben und halten so die Serie trotz aller Übernatürlichkeit auf dem Boden. Reale Charaktere bringen auch reale Emotionen. Es vergeht keine Folge ohne ein tiefergründiges Gespräch zwischen den beiden Brüdern, das uns mehr über ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und ihre Vergangenheit verrät. Wir erfahren wer sie sind und was sie antreibt, was sie entzweit und was sie zusammenhält.

Ein weiterer Grund, warum die Serie trotz aller Monster nur äußerst selten lächerlich wirkt, sind neben gut ausgearbeiteten Storys die filmkünstlerischen Aspekte. Kameraführung, Beleuchtung, Musik, Drehorte - es ist schlichtweg gut gemacht. Und die düstere und schaurige Atmosphäre erinnert oft an Akte X zu ihren besten Zeiten. (Vielleicht wenig verwunderlich, da viele aus der alten Akte X-Crew an Supernatural mitarbeiten.) Ein weiterer Pluspunkt sind überzeugende Schauspieler, sowie die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern, von der auch die Serie profitiert.

Hintergrund

Erschaffer Eric Kripke hat sich mit Supernatural seinen Traum einer Serie erfüllt, die jede Woche eine andere "urbane Legende" erzählt. Er sorgt dafür, dass alle Geschichten einen realen Hintergrund haben und sorgfältig recherchiert sind. Obendrauf hat er beim Teenie-Sender The WB (jetzt CW) durchsetzen können, dass Sam und Dean als "echte Männer" nicht nur in einem 67er Chevy Impala durch die Gegend reisen sondern auch Classic Rock hören. So baute er Metallica und Konsorten in das Skript der Pilotfolge ein und kritzelte an den Rand: "Nehmt euren nichtssagenden Alternativ-Pop und schiebt ihn euch in den Hintern!"

Synchro

Während die drei Winchester-Männer im Original tiefe, raue und ausdrucksstarke Stimmen haben, klingen sie in der deutschen Synchronisation eher nach pubertierenden Teenagern. Die Originalfassung ist also auch hier wieder einmal vorzuziehen (z.B. über Premiere oder DVD).

Fazit

Wer sich damit anfreunden kann, dass alle Einzelfolgen den selben Ablauf haben, wird mit stetig besser werdenden Episoden belohnt. Bisher gelingt Supernatural der schwierige Spagat zwischen Horror und Charakterentwicklung, zwischen außergewöhnlichen Geschichten und Realitätsnähe. Es wäre wünschenswert, wenn die übergreifende Handlung einen noch höheren Stellenwert einnehmen würde und der Serie noch deutlicher ein eigenes "Gesicht" verliehe. Auf jeden Fall aber besitzt Supernatural jetzt schon viele Kult-Elemente und hat sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft.

von Sabrina Komossa