The Strain

Originaltitel: The Strain (seit 2014)
Erstaustrahlung am 12.07.2014 bei FX / 29.07.2015 auf ProSieben
Darsteller: Corey Stoll (Dr. Ephraim Goodweather), David Bradley (Professor Abraham Setrakian), Mía Maestro (Dr. Nora Martinez), Kevin Durand (Vasiliy Fet), Jonathan Hyde (Eldritch Palmer), Richard Sammel (Thomas Eichhorst), Jack Kesy (Gabriel Bolivar), Natalie Brown (Kelly Goodweather), Miguel Gomez (Augustin "Gus" Elizalde)
Produzenten: Guillermo del Toro, Carlton Cuse, Chuck Hogan, Gary Ungar, J. Miles Dale, David Weddle, Bradley Thompson, Regina Corrado
Staffeln: 3+
Anzahl der Episoden: 36+


Hintergründe und Kritik

Die FX-Serie The Strain von Guillermo del Toro macht Vampire wieder zu dem, was sie ursprünglich waren: Monster. Wer romantische missverstandene Wesen sucht, der ist in der neuen Serie des mexikanischen Regisseurs an der falschen Adresse. Dabei gelingt es del Toro nicht nur, Vampire wieder bedrohlich zu machen, er schafft auch einen wirklich unterhaltsamen Serienpiloten.

Wenn man sich mit The Strain genauer beschäftigt, gilt es erst einmal die Hintergrundgeschichte zu beleuchten. Ursprünglich für das Fernsehen entwickelt, konnte del Toro zu Beginn jedoch keinen Sender finden, der an seiner Idee Interesse hat. Auf Vorschlag eines Agenten veröffentlichte er daraufhin die Geschichte zusammen mit dem Autor Chuck Hogan als Buchtrilogie. Deren Erfolg war wiederum so groß, dass zuerst eine Comicversion von The Strain folgte und danach auch endlich ein TV-Sender auf das Projekt aufmerksam wurde. Für FX übernahm del Toro nicht nur den Job des Produzenten, sondern führte im Piloten der Serie auch selbst Regie. Co-Autor Chuck Hogan holte er sich ebenfalls ins Boot, welcher neben dem Piloten an weiteren Episoden mitschreiben würde.


© FX

Die Geschichte von The Strain beginnt auf dem New Yorker JFK-Flughafen. Dort landet ein Flugzeug, dessen Passagiere alle auf mysteriöse Weise umgekommen sind. Dr. Ephraim Goodweather und sein Team von der Seuchenschutzbehörde werden daraufhin an Bord geschickt, um den Zwischenfall zu untersuchen. Gleichzeitig erfährt der ehemalige Professor und Holocaust-Überlebende Abraham Setrakian von dem Flugzeug. Im Gegensatz zu Ephraim Goodweather weiß er ganz genau, was für den Zwischenfall verantwortlich ist, und macht sich auf dem Weg dem Team seine Hilfe anzubieten.

Wie bereits erwähnt, folgt The Strain eher dem Mythos Vampir-Monster, was allerdings nicht bedeutet, dass damit die klassischen Dracula-Klischees wieder aufgewärmt werden. Stattdessen wählt die Serie eine eher wissenschaftliche Herangehensweise, was definitiv interessant ist. Die große Stärke des Piloten ist jedoch nicht die Interpretation der Vampire, sondern die Tatsache, dass Guillermo del Toro spannende 70 Minuten gelungen sind. Selbst wenn man als Zuschauer weiß, worauf es am Ende hinausläuft, wird man von der Handlung ergriffen. Besonders hervorzuheben ist die Szene, in denen Goodweather und seine Kollegin zum ersten Mal das Flugzeug betreten. Hier zeigt del Tor wieder einmal, was für ein guter Regisseur er ist. Generell merkt man dem Piloten an, dass er von einem Kinoregisseur gedreht wurde. Die Inszenierung lässt immer wieder vergessen, dass es sich nicht um einen Kinofilm handelt. Darüber hinaus denkt del Toro jedoch auch daran, alle Figuren vernünftig einzuführen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf Ephraim Goodweather, aber auch der Professor wird bereits gut charakterisiert. Die Tatsache, dass der Pilot mit 70 Minuten einiges an Überlänge hatte, ist bei der Figureneinführung sicherlich hilfreich gewesen. Bei den Nebenfiguren fehlte dann aber trotzdem die Zeit. gerade was das Team von Goodweather anbelangt, kommt hoffentlich in den nächsten Folgen noch mehr.


© FX

Grundsätzlich bedeuten die positiven Punkte an The Strain jedoch nicht, dass die Serie keine Schwächen hat. Es gibt durchaus einige Logiklöcher, welche allerdings nicht zu schwerwiegend sind. Die Serie schafft es durch die generelle Handlung geschickt über eventuelle Lücken hinwegzugleiten und als Zuschauer ist man bereit ein Auge zuzudrücken.
Auch ist der Plot mit dem Flugzeug grundsätzlich nicht unbedingt innovativ und wurde zum Beispiel schon in der Serie Fringe genutzt. Ähnlich ideenarm ist die familiäre Hintergrundgeschichte von Ephraim Goodweather. Hier bleibt zu hoffen, dass diese in den weiteren Folgen weiterhin nur ein Nebenplot bleibt und die Serie sich auf die Vampirbedrohung fokussiert.

Auf der Darstellerseite freuen sich Herr-der-Ringe-Fans über ein Wiedersehen mit Sean Astin, der ein Mitglied im Team der Seuchenschutzbehörde ist. Der Darsteller des Professors und Holocaust-Überlebenden Abraham Setrakian dürfte vielen Zuschauern von Game of Thrones noch in böser Erinnerung sein. Nach Walder Fey macht David Bradley auch in The Strain einen richtig guten Job und wird in hier vermutlich mehr Sympathien für seine Figur kreieren können. Ähnliches viel Gutes kann man über Hauptdarsteller Corey Stoll (House of Cards) sagen, der Ephraim Goodweather genau richtig trifft. Die weiteren Darsteller haben bisher noch relativ wenig Möglichkeiten gehabt, um ihr Können zu zeigen. Es fällt jedoch auch niemand negativ auf.

Wer eine spannend-inszenierte Sommer-Serie sucht, dem kann The Strain uneingeschränkt empfohlen werden. Die Handlung macht Lust auf mehr, die Figuren sind gut besetzt und die Inszenierung kann sich ebenfalls sehen lassen. Vereinzelte Plotlöcher können ohne Probleme vernachlässigt werden und es bleibt nur zu hoffen, dass die weiteren Folgen der Serie das Niveau halten können, das von Guillermo del Toro vorgelegt wurde.